Tateni

 Seit über 20 Jahren verfolgt „Tateni Home Care Nursing Service“ beharrlich eine Leitidee: die Verbesserung der Lebenssituation von über 330000 Bewohnern im südafrikanischen Township Mamelodi. Dieses ist im Zuge der Rassenpolitik entstanden. Es liegt im Osten von Pretoria und umfasst eine überwiegend schwarze Bevölkerungsgruppe.

Tateni wurde 1995 von Veronica Khoza gegründet mit dem Ziel, HIV/AIDS-Infizierten und chronisch Kranken qualifizierte Pflege vor Ort, d.h. zuhause bei den Pflegebedürftigen anzubieten. Durch ihre Arbeit als Krankenschwester wurde ihr schon früh bewusst, dass dem südafrikanischen Gesundheitssystem ein Konzept für eine langfristige Begleitung chronisch Kranker fehlte. Diesem Mangel wollte sie im Township Mamelodi entgegenwirken.

Anfangs wurde Veronica Khozas Initiative skeptisch beobachtet, doch mit den Jahren wurde Tateni zu einer anerkannten und geschätzten Organisation. Die Idee der häuslichen Pflege wurde von mehreren anderen Nichtregierungsorganisationen übernommen. 2013 griff der südafrikanische Staat nach langer rein finanzieller Unterstützung die Idee auf und übernahm die Organisation der häuslichen Pflege direkt. In diesem Zuge wurden die Pflegerinnen und Pfleger – auch von Tateni – direkt vom Ministerium für Gesundheit und soziale Entwicklung angestellt.

Dies bedeutet aber nicht, dass Tateni seitdem keine Aufgaben mehr für die Bevölkerung übernimmt. Schon sehr früh reifte die Erkenntnis, dass es nicht ausreicht, sich nur der Kranken zu widmen (Krankenpflege), sondern parallel dazu auch die beteiligten Familien Unterstützung bedürfen (Sozialpflege): Kinder und Angehörige sind oft starken psychischen Belastungen ausgesetzt, nicht selten führt dies zu Drogenkonsum und schließlich zu Drogenabhängigkeit, die finanzielle Situation wird meist existenzbedrohend… Um diesen Problemen zu begegnen, hat Tateni an verschiedenen Kirchen und Schulen in Mamelodi sog. Drop-in- Center errichtet. Dort sorgt Tateni dafür, dass schutzlose Kinder und Waisen ein warmes Essen am Tag erhalten, dass Kinder und Jugendliche die Möglichkeit erhalten, ihre Hausaufgaben zu bearbeiten oder dass ihnen ein sozialpädagogisches Nachmittagsprogramm angeboten wird. In sieben Centern, die sich vor allem im strukturschwachen Osten Mamelodis befinden, betreut Tateni zurzeit über 250 Kinder und Jugendliche.

Aber die Arbeit Tatenis endet nicht, wenn die Kinder um 17:00 Uhr das Drop-in-Center verlassen. Die Erzieher besuchen auch die Familien der Kinder wöchentlich. So können Missstände in den Familien früh erkannt und vorgebeugt werden. Den vielfältigen Problemen wird mit verschiedensten Maßnahmen begegnet, je nach Situation greifen z.B. psychologische Beratungen, Nachhilfeangebote oder Drogen-Workshops.

Im Rahmen der “Breaking the Cycle of Poverty”- Initiative bietet Tateni aktuell ca. 200 Oberstufenschülerinnen und -schülern samstags besondere Nachhilfe in naturwissenschaftlichen und mathematischen Fächern an. Zu Hause haben die Schülerinnen und Schüler meistens nicht die Möglichkeit, sich auf den Unterricht vorzubereiten, da sie keinen Schreibtisch haben oder im Haushalt helfen müssen. Neben dem Erreichen eines schulischen Abschlusses sollen den Schülerinnen und Schülern mögliche Perspektiven für ihr Leben aufgezeigt werden, denn an diesen fehlt es den Jugendlichen, die im Township unter schwierigen wirtschaftlichen Situationen aufwachsen, meistens. Dieses Ziel soll mit Berufsberatungs- und Karrieretagen erreicht werden, sodass die jungen Menschen nach ihrem Schulabschluss auch ein Lebensziel und einen Berufswunsch vor Augen haben.

Tateni (in english)

Tateni is a non-profit community based organisation that provides home-based care services to the people of Mamelodi and surrounding informal settlements on the outskirts of Pretoria, South Africa. It supports HIV/ADS infected and affected chronically and terminally ill people and their families, including orphans and vulnerable children.

There are many personal stories of how HEVA funding has made a real difference in the lives of individuals. In May 2008 a young boy from one of the families supported by Tateni, Lucas Mmola, lost his eye in rough play. He was supported through HEVA funds to attend a number of eye clinic sessions, which culminated in an eye prosthesis replacement.

HEVA funds have also been used to purchase infant milk formula for babies who are not able to be breast fed by their mothers, either because they have been orphaned or because their mothers have Aids and are therefore discouraged from breastfeeding.

Tateni is grateful to HEVA for the support given to the Tateni over the past years. Tateni also acknowledges the generous contributions made by caring individuals that have made this possible.